Aus dem Atelier

Kunst, Materialien und der ganze Rest dazwischen.

Hier schreibe ich über Porträtkunst, Materialien und Techniken, nehme dich mit hinter die Kulissen meines Ateliers und teile Gedanken rund ums Künstlerinnen-Dasein.

Manchmal hilfreich, manchmal meinungsstark und gelegentlich mit Farbe an den Händen geschrieben.

Vom Selfie zum Selbstporträt: Warum es nicht perfekt sein muss

Ein Selfie ist erstmal nur ein Foto. Schnell gemacht, oft spontan, manchmal gut ausgeleuchtet, manchmal eher so mittel.

Aber genau darin steckt ziemlich viel Potenzial.

Denn ein Selbstporträt muss nicht bedeuten, dass du dein Gesicht möglichst exakt kopierst. Es kann viel spannender sein, ein Selfie nur als Ausgangspunkt zu nehmen und daraus etwas Eigenes zu entwickeln.

Genau darum geht es bei meinem Workshop Sketch Your Selfie.

Das Selfie ist nur die Vorlage

Viele denken beim Porträtzeichnen sofort an Ähnlichkeit.

Stimmen die Proportionen? Ist die Nase richtig? Sitzt das Auge an der richtigen Stelle?

Natürlich spielt Beobachtung eine Rolle. Aber wenn man nur versucht, ein Foto eins zu eins nachzubauen, wird das Zeichnen schnell anstrengend.

Ein Selfie kann stattdessen einfach die Grundlage sein.

Du kannst Formen vereinfachen, Farben verändern, Linien übertreiben und verschiedene Materialien miteinander kombinieren. Dadurch entsteht kein fotografisches Abbild, sondern ein persönliches Selbstporträt.

Mixed Media macht den Prozess freier

Beim Arbeiten mit verschiedenen Materialien passiert etwas ziemlich Befreiendes.

Eine Bleistiftlinie muss nicht perfekt sein, wenn später Aquarell darüberkommt.

Eine Aquarellfläche darf über den Rand hinauslaufen.

Fineliner können Konturen verstärken.

Buntstifte können einzelne Bereiche betonen.

Acrylmarker bringen am Ende noch Kontraste oder kleine Details hinein.

Statt ständig etwas korrigieren zu müssen, kannst du Entscheidungen treffen und auf dem weiterarbeiten, was schon da ist.

Genau das macht Mixed Media für Selbstporträts so spannend.

Ausdruck ist wichtiger als Perfektion

Ein gutes Selbstporträt muss nicht makellos sein.

Es darf schief sein.

Es darf laut sein.

Es darf bunt sein.

Es darf völlig anders aussehen als das Ausgangsfoto.

Entscheidend ist eher, ob am Ende etwas von dir darin steckt.

Vielleicht übertreibst du eine bestimmte Farbe. Vielleicht arbeitest du mit starken Konturen. Vielleicht wirkt dein Selbstporträt ruhiger, wilder oder humorvoller als dein Selfie.

Dann hat das Bild schon etwas geschafft, was eine reine Kopie oft nicht kann.

Ein Selfie eignet sich erstaunlich gut als Referenz

Für ein Selbstporträt brauchst du kein aufwendiges Fotoshooting.

Ein gutes Selfie reicht meistens völlig aus.

Hilfreich ist, wenn dein Gesicht gut erkennbar ist und das Licht nicht alle Konturen verschluckt. Viel wichtiger als technische Perfektion ist aber, dass du dich auf dem Foto wiedererkennst und der Ausdruck zu dir passt.

Das Foto dient dir beim Zeichnen als Orientierung.

Mehr nicht.

So entsteht ein Mixed-Media-Selbstporträt

Der Prozess kann ganz unkompliziert sein.

Zuerst entsteht eine lockere Skizze.

Danach kommen erste Farbflächen hinzu.

Dann werden einzelne Bereiche verstärkt, Linien ergänzt und Details herausgearbeitet.

Am Ende entsteht Schicht für Schicht ein Bild, das sich immer weiter vom ursprünglichen Selfie entfernen darf.

Genau darin liegt der Reiz.

Du malst nicht einfach ein Foto nach.

Du interpretierst es.

Sketch Your Selfie: kreativ statt korrekt

In meinem Workshop Sketch Your Selfie geht es deshalb nicht darum, am Ende ein technisch perfektes Porträt abzuliefern.

Wir arbeiten mit Buntstift, Aquarell, Fineliner und Acrylmarkern und entwickeln aus einem Selfie Schritt für Schritt ein individuelles Mixed-Media-Selbstporträt.

Du brauchst dafür keine perfekte Zeichenroutine.

Wichtiger ist die Bereitschaft, auszuprobieren und dem Bild beim Entstehen ein bisschen Raum zu lassen.

Und ja, manchmal sieht es zwischendurch erstmal merkwürdig aus.

Das gehört dazu.

Warum Selbstporträts so spannend sind

Wenn wir andere Menschen zeichnen, beobachten wir.

Wenn wir uns selbst zeichnen, passiert zusätzlich noch etwas anderes.

Wir entscheiden, was wir betonen.

Was wir verändern.

Was wir weglassen.

Ein Selbstporträt ist deshalb nie nur eine Abbildung.

Es ist immer auch eine Interpretation.

Und genau deshalb darf es unperfekt sein.

Lust, es selbst auszuprobieren?

Wenn du dein eigenes Selfie einmal nicht nur fotografieren, sondern zeichnen, übermalen und neu interpretieren möchtest, ist Sketch Your Selfie genau dafür gedacht.

Aus einem Foto entsteht Schritt für Schritt dein persönliches Mixed-Media-Selbstporträt.

Nicht perfekt.

Aber deins.

Mehr zum Workshop und den nächsten Terminen findest du hier.

Wenn du lieber erstmal mit einer guten Vorlage starten möchtest, kannst du dir auch meinen kostenlosen Porträtfoto-Guide mit 5 Tipps für bessere Referenzfotos herunterladen.

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