Aus dem Atelier

Kunst, Materialien und der ganze Rest dazwischen.

Hier schreibe ich über Porträtkunst, Materialien und Techniken, nehme dich mit hinter die Kulissen meines Ateliers und teile Gedanken rund ums Künstlerinnen-Dasein.

Manchmal hilfreich, manchmal meinungsstark und gelegentlich mit Farbe an den Händen geschrieben.

Welches Foto eignet sich für ein Porträt?

Du möchtest ein Porträt malen oder zeichnen lassen und fragst dich, welches Foto du dafür schicken solltest?

Die gute Nachricht zuerst: Du brauchst kein professionelles Studiofoto.

Oft eignen sich ganz normale Alltagsfotos sogar besser, weil darauf Ausdruck, Haltung und Persönlichkeit natürlicher wirken.

Wichtig ist weniger, wie professionell ein Foto aussieht, sondern ob ich daraus genug Informationen für ein gutes Porträt bekomme.

Welches Foto eignet sich für ein Porträt?

Schärfe ist wichtiger als Perfektion

Das wichtigste Kriterium ist, dass Gesicht, Augen und charakteristische Details gut zu erkennen sind.

Ein Foto darf ruhig spontan entstanden sein. Wenn es allerdings so unscharf ist, dass Augen, Mund oder Fellzeichnung kaum zu erkennen sind, fehlen mir wichtige Informationen.

Ideal ist eine Aufnahme, bei der du auch beim näheren Heranzoomen noch Details erkennen kannst.

Das gilt besonders für:

  • Augen
  • Mund und Nase
  • Haare oder Fell
  • besondere Merkmale
  • Schmuck oder Accessoires, die mit aufs Bild sollen

Je größer das gewünschte Porträt wird, desto hilfreicher ist eine gute Bildqualität.

Natürliches Licht hilft enorm

Fotos bei Tageslicht sind meistens eine sehr gute Vorlage.

Weiches Licht zeigt Formen und Gesichtszüge deutlich, ohne dass Bereiche komplett im Schatten verschwinden oder durch Blitzlicht ausgewaschen werden.

Schwieriger sind Fotos mit:

  • sehr hartem Gegenlicht
  • starkem Blitz
  • tiefen Schatten im Gesicht
  • farbigem Kunstlicht
  • extremen Filtern

Das heißt nicht, dass solche Fotos grundsätzlich unbrauchbar sind. Sie geben mir nur weniger verlässliche Informationen über Farben und Formen.

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Der Ausdruck sollte typisch sein

Ein technisch perfektes Foto ist wenig hilfreich, wenn die porträtierte Person darauf überhaupt nicht nach sich selbst aussieht.

Das gleiche gilt für Tiere.

Für mich ist ein typischer Ausdruck oft wichtiger als eine perfekte Aufnahme.

Vielleicht ist es genau dieses etwas schiefe Lächeln.

Der skeptische Blick.

Die Art, wie dein Hund die Ohren hält.

Oder der Gesichtsausdruck deiner Katze, der sehr deutlich sagt, dass sie deine Entscheidungen grundsätzlich infrage stellt.

Genau solche Eigenheiten machen ein Porträt persönlich.

Die Perspektive macht einen Unterschied

Fotos direkt von vorn oder leicht seitlich funktionieren für Porträts meistens besonders gut.

Sehr extreme Perspektiven können schwieriger sein.

Ein von weit unten fotografiertes Gesicht wirkt anders proportioniert als auf Augenhöhe. Eine sehr kurze Smartphone-Distanz kann Nase oder Schnauze zusätzlich vergrößern.

Bei Tierporträts ist deshalb ein Foto ungefähr auf Augenhöhe des Tieres besonders hilfreich.

Die Aufnahme muss nicht perfekt sein. Aber je natürlicher die Perspektive, desto leichter lässt sich daraus ein überzeugendes Porträt entwickeln.

Bitte möglichst keine starken Filter

Social-Media-Filter können Haut glätten, Gesichtsformen verändern, Farben verschieben und Details verschwinden lassen.

Für ein Porträt brauche ich aber genau diese Informationen.

Wenn du sowohl das bearbeitete als auch das Originalfoto hast, schick mir deshalb am besten beide Versionen.

Dann sehe ich einerseits, welche Stimmung dir an dem bearbeiteten Bild gefällt, und habe gleichzeitig eine unveränderte Vorlage für Farben und Details.

Kann ich ein altes Foto verwenden?

Ja.

Auch ältere analoge Fotos können eine gute Grundlage für ein Porträt sein.

Am besten werden sie möglichst hochauflösend eingescannt.

Ein Handyfoto von einem Foto funktioniert zur Not ebenfalls, allerdings solltest du dabei darauf achten, dass:

  • kein Licht auf der Oberfläche spiegelt
  • die Kamera möglichst gerade über dem Foto gehalten wird
  • nichts abgeschnitten wird
  • die Aufnahme scharf ist

Wenn du das Originalfoto nicht digitalisieren kannst, können wir gemeinsam schauen, welche Lösung sinnvoll ist.

Muss die Person direkt in die Kamera schauen?

Nein.

Ein Porträt muss nicht automatisch frontal sein.

Seitliche Blicke, Dreiviertelansichten oder nach unten gerichtete Köpfe können sogar besonders interessant wirken.

Entscheidend ist eher, ob die gewünschte Haltung zur Person und zur Bildidee passt.

Wenn du unsicher bist, schick mir einfach mehrere Möglichkeiten.

Kannst du mehrere Fotos kombinieren?

Ja.

Du brauchst nicht zwingend das eine perfekte Foto.

Oft ist auf einem Bild der Ausdruck besonders gut, während auf einem anderen Frisur, Kleidung oder Details besser zu erkennen sind.

Ich kann mehrere Referenzfotos nutzen, um daraus ein Porträt zu entwickeln.

Auch verschiedene Personen oder Tiere können aus unterschiedlichen Fotos in einem gemeinsamen Bild zusammengeführt werden.

Dabei achte ich darauf, dass Perspektive, Größenverhältnisse und Licht möglichst gut miteinander funktionieren.

Wenn die Vorlagen sehr unterschiedlich sind, sage ich dir vor Beginn, was sich sinnvoll umsetzen lässt.

Gruppenporträt ohne gemeinsames Foto?

Auch das ist möglich.

Vielleicht möchtest du Menschen gemeinsam darstellen lassen, von denen es gar kein gemeinsames Foto gibt.

Oder mehrere Haustiere, die nie gleichzeitig still genug für ein brauchbares Gruppenfoto waren. Ein durchaus realistisches Szenario.

Dann können einzelne Referenzbilder zu einer neuen Komposition zusammengeführt werden.

Je ähnlicher Blickwinkel und Beleuchtung sind, desto einfacher ist das. Aber sie müssen keineswegs identisch sein.

Welches Foto eignet sich für ein Tierporträt?

Bei Tieren achte ich besonders auf:

  • Augen und Gesichtsausdruck
  • Fellfarbe und Fellzeichnung
  • typische Haltung
  • Form der Ohren
  • Schnauze
  • besondere Merkmale

Wenn möglich, schick mir mehrere Fotos.

Gerade Fellfarben können je nach Licht sehr unterschiedlich aussehen. Mehrere Aufnahmen helfen mir dabei, dein Tier besser einzuschätzen.

Und auch hier gilt: Das technisch schönste Foto ist nicht automatisch das beste.

Wenn du sagst „Genau so guckt er immer“, ist das meistens eine ziemlich wertvolle Information.

Was ist mit verstorbenen Menschen oder Tieren?

Gerade bei Erinnerungsporträts gibt es oft keine Möglichkeit mehr, einfach ein neues Referenzfoto zu machen.

Dann arbeite ich natürlich mit dem Material, das vorhanden ist.

Schick mir ruhig mehrere Fotos, auch wenn sie nicht perfekt sind.

Manchmal liefert ein Bild gute Details, ein anderes zeigt die typische Haltung und ein drittes den Ausdruck besonders gut.

Aus diesen Informationen kann sich trotzdem eine gute Grundlage entwickeln.

Hochformat oder Querformat?

Darüber musst du dir vorab nicht unbedingt Gedanken machen.

Das hängt davon ab:

  • wie viele Personen oder Tiere dargestellt werden
  • welcher Bildausschnitt gewünscht ist
  • welches Format du auswählst
  • wie die Referenzfotos aufgebaut sind

Wenn du schon weißt, wo das fertige Bild später hängen soll, kannst du mir das ebenfalls sagen.

Dann können wir das Format gleich mitdenken.

Welches Foto solltest du mir also schicken?

Im Zweifel: mehrere.

Du musst nicht selbst herausfinden, welches technisch die beste Vorlage ist.

Schick mir deine Favoriten und sag mir, was dir daran wichtig ist.

Vielleicht gefällt dir auf einem Bild der Ausdruck und auf einem anderen die Haltung.

Vielleicht soll die Kleidung aus einem dritten Foto übernommen werden.

Genau dafür ist die Abstimmung vor einer Auftragsarbeit da.

Du möchtest ein Porträt anfertigen lassen?

Unter Kunst nach Wunsch findest du meine verschiedenen Möglichkeiten für Menschen- und Tierporträts in Bleistift, Aquarell, Mixed Media und Acryl.

Meine aktuellen Größen und Preise findest du unter Preise & Formate.

Weitere Informationen zu Bestellung, Bearbeitungszeit und Auftragsablauf findest du in meinen FAQ.

Oder du schickst mir einfach deine Fotos und erzählst mir, was du dir vorstellst.

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